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ob das vielleicht alles ist

Der Blick aus dem Fenster, seit Oktober derselbe, erfüllt mich heut mit einer unglaublichen Ruhe. Da schwankt dunkel der Baum, nichts anderes tut er den gesamten Tag. Da blinkt ein Stern, es sind Lichter zu sehen, nachtblauer Himmel. Vielleicht ist es auch die Musik, oder der Fakt, dass ich hier sitzen kann und nicht sofort wieder weg muss, los, die Welt zu retten. Und mit Zigaretten wiederkehrte.
Wie angekündigt im letzten EIntrag komme ich momentan nicht genug zum reflektieren. Das Leben lebt sich so wahnsinnig schnell, das wort 'viel' erscheint mir passend. Viel Leben. Das ist es, was ich tue. Die Frage drängt sich auf, ob es das wirklich ist, sein kann. So viel will ich tun, so viel mehr. habe Ideen zur verbesserung der Lehre und Betreuung an der Uni, habe politische Ideen, Ideen für Amnesty. Das alles erfordert Zeit, die ich nicht habe, aber trotzdem aufbringen möchte. Aus Überzeugung, dass es gut sei, dass Leuten damit geholfen wird, dass es, vor allem, Sinn macht. Sinn - dieser Ariadnefaden meines Lebens, den ich nie zu verlassen trachte. Und doch: Das Irrationale schwingt immer mit, verlässt mich nie ganz.
Manchmal wünsche ich mir, ganz nach Andrea Nahles, einfach einmal zu fliehen. Weg zu sein für Stunden, unerreichbar. Nur ist da niemand, der mich erreichen wollen würde - was mir nicht unbedingt etwas ausmacht. Vielleicht setze ich mich bald einfach einmal an den Rhein und lese im Sonnenschein, betrachte die vorüberziehenden Wassermassen und die Schiffe, die zu schweben scheinen. Werfe mit Kieseln, sehe die Kraftwerke und Schlote gegenüber. Versichere mir, dass ich anhalten kann, dass ich dieses Leben immernoch stoppen und ein neues beginnen kann. Das ist wichtig für mich, dieser urpolitische Aspekt des Lebens: Das alles auch anders gemacht werden könnte, dass alles auf meiner Entscheidung beruht. Ebenso wie Politik, dessen Merkmal ja unter Anderem ist, dass alles auch anders gemacht werden konnte und im freien Streit der ARgumente so entschieden wurde.
Sie sollen nicht traurig klingen oder resignierend, diese Worte, nicht so, als wäre das alles etwas, was ich nicht wollen würde. Ich lebe dieses Leben gern, sehr gern. Wahrscheinlich erstmalig in meinem kurzen Leben. Doch ich sehe die Gefahr, mich in Kleinteiligkeit zu verlieren. Seit langem verspüre ich nicht mehr den Wunsch, teil einer Jugendbewegung zu sein, wie Daniel es so schön ausdrückt. Nicht, dass mein Drang danach, Großes zu erreichen, ja glorreich zu leben, gestorben wäre. Nur ist er wohl etwas leiser, geht leicht unter in der vielen unbezahlten Arbeit, die ich mache.
Zwei Jahre wird dieses Leben nun noch so gehen, dann kommt der kontinuitätslose Bruch und es beginnt ein neues. Zumindest erscheint es mir heut so, in der Vorschau, in der Wunschvorstellung. Dann ist mein Name wieder Gantenbein, ich habe alle Möglichkeiten, nur mehr Fähigkeiten als beim letzten Mal. Oder es kommt alles ganz anders und es haben sich überregionale Netzwerke gebildet, ich bin eingebunden, werde 'gebraucht'.
Ich suche ein Ende, einen Abschluss, der weniger negativ klingt. Nichts liegt mir ferner, als das zu tun, und doch haben meine Sätze ein literarisches Eigenleben entwickelt. Vielleicht hilft ein Ausblick auf meine Semesterferien, ein Festhalten meiner Vorhaben: Alles lesen, was ich im Semester nicht schaffe; die Amnesty-Gruppe weiter aufbauen; viel in unbekannte Städte reisen; an meiner Geschichte weiterschreiben. Das muss wohl reichen für die 3 Monate, da sowieso mehr dazukommt, als ich glauben möchte.
6.6.07 22:52
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


g. (25.6.07 00:44)
es menschelt.

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