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Ein Revolutionär ist dazu da, Revolution zu machen

Und: andere Tautologien.

Es ist schwer, einen halbwegs passablen Stil zu finden wenn man eben Daniels noch-nicht-sätze las. Nicht, dass ich diesen Stil nicht mochte, er hat etwas von pop-literatur, aber meiner ist er nicht.
Eben fuhr ich zur Uni, nur kurz zur bib, und bei strahlendem Sonnenschein zurück. Mir fiel einiges auf an mir. Ich fühle mich unterfordert. Nicht körperlich, der setzt manchmal aus, aber geistig. Schreibe zwar gute Noten, aber sollte das alles sein? Das kann jeder Streber der viel lernt oder einfach nur klug ist, ohne ein Ziel dahinter zu sehen. Lernen als Selbstzweck – auch das ist meine Sache nicht. Es muss etwas dahinter stehen, ein Arbeiten an einer Sache, die wir hier Revolution nennen wollen. Deshalb auch Che im Titel in seiner wunderbarsten Tautologie – auch gern als Beispiel verwendet in den Methoden (ab jetzt).
Wozu also dieses ganze Lernen? Natürlich, um mit Bloch zu sprechen, um eine bessere Welt anzustreben. Ganz gleich, wie diese aussehen soll. Dessen bin ich mir noch nicht ganz sicher und es gibt wahrlich genug Vorstellungen davon, wohl fast so viele wie Menschen. Doch muss die Soziologie, die von sich sagt, die Wissenschaft von der Gesellschaft zu sein, doch auch Lösungen präsentieren für die probleme der Menschheit – sonst wäre ihr Zweck der Selbsterhalt. Reines analysieren der Gesellschaft, aufstellen von Theorien: das kann nicht nur sich selbst dienen. Oder, um wieder mit Bloch zu kommen: Theorie muss immer auch Praxis sein und Praxis Theorie. Beides beeinflusst sich (was einige als problematisch ansehen), steht in einem ständigen Wechselbild. Er sagte weiter, dass die Welt sich immer weiter verändert (die Materie nicht von vornherein gegeben ist, sondern im Fluss ist). Die Tür zu Veränderungen ist somit in seiner Philosophie gelegt.
Soziologie also, um die Welt zu verstehen und zu verändern. Es mag eine schwierige Wissenschaft sein, voller seltsamer Sprache und Konstrukte, doch auch so wahnsinnig interessant, wenn man sie versteht. Manchmal fühle ich mich wie ein kleines Kind, das gerade eine Lokomotive oder ein Feuerwehrauto entdeckt. Und dann kommt doch wieder das kompromisslose durch, das unabwendbare in meinem Leben. Die permanente Revolution, wie Dutschke u.a. sagen würden.
Langsam keimt in mir das Gefühl auf, dass das Leben so langweilig geradlinig, so relativ konfliktlos weitergeht, wenn ich nichts ändere. Keine großen Umbruche kommen von allein und ich werde mich einreihen in die wissenschaftlichen Assistenten, Doktoren, … . ein sang- und klangloses, erfolgreiches Leben: Das ist es nicht, was ich will. Sinn macht das ganze doch nur, wenn man etwas schafft das bleibt, ein Andenken. Schriftsteller schaffen ein Werk, Künstler ebenso. Doch die extremste Form dieses Werkes ist das retten von Leben und das verbessern der Lebensbedingungen, letztlich der Welt. Was gibt es denn sinnvolleres, als die Welt zu seinem Werke zu machen?
Mir war es immer wichtig, einen Unterschied zu machen, mich abzuheben von anderen. Nicht so ganz als Selbstzweck, eher darum, nicht der kritiklosen Massenkultur zu erliegen oder, wie man heute sagen muss: DEN massenkulturen. Es geht darum, anders zu sein, weil ich es für besser halte, für sinnhaltiger. Die Zeit so gut wie möglich auszunutzen, viel zu lesen, mich nicht zu sehr mit Menschen herumzuärgern, die sowieso nie begreifen werden, worum es geht.
Die Soziologie vermittelt da ein Bild der Gesellschaft, das mich etwas ruhiger hat werden lassen. Es wird wohl immer Menschen geben, die sich selbst wichtiger sind als alle anderen, welche, die an überlieferte Traditionen aus Tradition selbst glauben usw. Doch gibt es auch 10% Postmaterialisten, je nach Konzept etwas mehr oder weniger – beileibe nicht alles Grünen-Wähler.
Worum geht es mir? Darum, dass meinen Worten auch taten folgen – von mir und von anderen. Darum, zu überzeugen, durch gute Konzepte, wie man die Welt besser machen kann.
//
Vielleicht ist dieser vom Wetter her wunderbare Tag der Tag, an dem etwas begann bzw. etwas intensiviert wurde in meinem Leben, was vor langer Zeit aus der Erkenntnis der Sterblichkeit des einzelnen und der Sinnlosigkeit des Lebens heraus geboren wurde.
Kein Neuanfang, das ist nicht notwendig. Vielmehr lächle ich in die Sonne, die prall in mein Gesicht scheint und weiß: ich habe meinen Weg wohl gefunden.
26.3.07 18:38
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Star (29.3.07 22:41)
schön zu lesen, das du deinen Weg gefunden ahst, obwohl ich das immer gewusst habe.

Ich wünsch dir viel Kraft dazu.

deine Freundin Star

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