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Gretchen Dutschke - Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben

Biographie über Rudi Dutschke

Gretchen Dutschke, gebürtige Amerikanerin, schreibt mit vielen textausschnitten über das Leben des Rudi Dutschke, ihres Mannes, mit dem sie drei Kinder hat. Der Text ist durchsetzt mit vielen Zitaten vor allem aus Rudi Dutschkes Tagebüchern und Briefen, sonst in eher einfachem Deutsch geschrieben.
Es werden die gesamten 39 Jahre des Lebens von R. Dutschke geschildert, bis zu seinem plötzlichen Tod Weihnachten 1979.
Dieses Buch hat mich mehr als andere berührt, wahrscheinlich habe ich deswegen so lange dafür gebraucht. Es ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass es einen entscheidenden Wendepunkt in meinem Leben darstellt, es hatr mein Denken so radikal verändert. Es zeigt ganz deutlich, dass es eine Alternative gibt zu den herrschenden verhältnissen, dass ein raubtierkapitalismus mit Massenentlassungen jede Woche, dessen Markt eben nicht alles regelt, nicht das einzige ist. Ebensowenig ein realer Sozialismus, wie er 1990 zusammenbrach. Es gibt mehr Staatsformen, über die es sich nachzudenken lohnt ohne von der Demokratie abschied zu nehmen, im Gegenteil: die Demokratie verstärken. Dutschke durchlief in seinem Leben viele Phasen, viele politische Richtungen und trotzdem ist ein roter Faden zu erkennen, der die Freiheit der/des Menschen in den Mittelpunkt stellt, soetwas wie Menschenrechte vertritt und (direkte) Demokratie anhand eines Rätemodells anstrebt. Dutschke setzte sich früher als andere für eine Wiedervereinigung ein - für die Linke in der BRD ein rechtes Thema - und sollte Recht behalten mit seiner Prognose, dass der reale Sozialismus zusammenbrechen müsse.
Den Titel des Buches schrieb er in seinem Abschiedbrief an seine Frau, er drückt so in wenigen Worten ihr leben aus. Einen geregelten Tagesablauf gab es kaum, Geld selten, eine feste Anstellung fast nie. TRotzdem haben sie 2 Kinder groß gezogen, er hat seinen Dr. gemacht und mehrere Bücher verfasst und ständig Reden gehalten, kannte Persönlichkeiten wie Bloch, Fried, Marcuse, Gollwitzer u.a. Seine Frau studierte 2 Fächer, machte in einem einen M.A. Die Familie lebte nach dem Anschlag auf Rudi 1968 in vielen verschiedenen Ländern, zog immer weiter. Ihre Idee, die politische Linke in DE zu organisieren, wurde schließlich in der Grünen Partei manifest. Nach der Aufspaltung der 68er Bewegung in vielen Sekten fanden sie nun wieder - zusammen mit bürgerlichen Kräften - an der ökologischen Frage zusammen. Rudi Dutschke half bis zu seinem Tod mit, diese Partei aufzubauen.
Er war ein faszinierender Mensch. Immer neugierig, ließ sich gern belehren und verlor selten die Fassung. Argumente zählten für ihn, nicht Machtspiele. Argumente und der Mensch. Er stellte sich nicht über andere, wollte aprtout nicht der Sprecher oder Führer der STudentenbewegung werden und las so wahnsinnig viele Bücher, dass selbst mir dabei schwindelig wird.
Das Buch kann und werde ich jede empfehlen, der an dem Thema interessiert ist oder sich tiefer in die 68er Bewegung, aber auch in einen faszinierenden Einzelkämpfer aus Überzeugung hineindenken möchte. Es macht Hoffnung, selbst etwas verändern zu können, in seinem Sinne: undogmatisch.
Lest es, es wird euch verändern.
4.3.07 20:26
 


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