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Katharina Hacker - Die Habenichtse

Ab jetzt gibt es zu allen Bücher, die ich lese, hier Rezensionen. Und weil das so schön und sogar von einigen Menschen erwünscht ist, fang ich sofort damit an. Habe vorhin das Buch von Hacker beendet und muss sagen, dass ich heut den gesamten Vormittag sehr verstört war wegen des Buches. Es hat mich auf eine sehr destruktive Art berührt und mir vor AUgen geführt, wie schlecht die Welt bzw. die Menschen sein kann/können. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das Buch gut finden soll oder nicht bzw., um es weniger normativ zu formulieren: mag oder nicht mag. Es ist anders als die vielen Geschichten, die man kennt, die Handlung wird nur gestreift. Auch lebt dieses Buch von Andeutungen, von Nebensätzen, die Handlung darstellen oder nur geträumt sind, immer unterscheiden kann man das nicht. Es lebt sehr von Stimmungen und von der Sinnlosigkeit, die es einem zeigt, nein: auf die man als leser gestoßen wird. Dass das Leben sinnlos ist erkennen auch die Protagonisten und verstricken sich immer mehr darin, ja suchen nach etwas, was ihrem leben das Gefühl zurückgibt. Eigentlich haben sie alles, was ein junges und erfolgreiches Paar haben sollte - da folge ich dem Klappentext. Doch fehlt dem ganzen ein Sinn, ein Ziel, vielleicht auch ein übergeordneter Plan. Ihr Leben ist ein Treibenlassen, ein indenTagleben, nicht gesteuert. Was immer passiert, sie werden fertig damit, gewinnen ihm etwas Gutes ab.
Es gibt keinen radikalen bruch in dem Buch, wie ich ihn erwartet hatte. Vielmehr schleicht die Sinnlosigkeit sich in das Bewusstsein der Menschen ein, langsam, aber zäh, zeigt ihnen, wie wenig das Leben, das sie führen, ihnen eigentlich bedeutet. Wie wenig das alles eigentlich bedeutet. Immer wieder taucht auch der 11. September auf als großer Knall, als Moment, in dem sie begriffen, wie klein sie eigentlich sind und dass sie auch im nächsten Moment Opfer eines Terroranschlags werden könnten.
Das Ende hat mich, wie so oft, enttäuscht. Ich habe an sich nichts gegen offene Enden, aber dieses sagt so gar nichts aus - ebenso wie das gesamte Buch. Es sei denn, ich bin einfach nicht hinter die Aussage gestiegen, also will ich nicht abstreiten, dass andere Menschen einen Sinn dahinter sehen.
Trotz allem würde ich es empfehlen zu lesen. Weil es anders ist, einen anderen Blick auf die Welt offenbahrt, anders geschrieben ist.
Katharina Hacker, geboren in dem Jahr, als Kurras Benno Ohnesorg erschoss, hat zuvor schon einige Bücher veröffentlicht, doch dieses ist bisher an verkaufszahlen gemessen ihr größter Erfolg.
27.2.07 18:57
 


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