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einmal leben

Dieses Leben, das andere intellektuell nennen würden, langweilt mich. Es langweilt mich solange, wie es nur aus Wissen ansammeln besteht, nur aus lernen, lesen. Es ist öde, Theorien nur zu kennen, sie nicht anzuwenden. Das mag die Sache anderer sein, meine ist es jedenfalls nicht. Das ist doch kein Leben, dieses bloße Wissen von Dingen, das eben doch nicht Wissen ist, weil die Anwendung fehlt.
Einmal Teil einer Jugendbewegung sein - wie ein Freund schon sagte. Das ist ein Traum. Einmal die Massen bewegen, aufklären, einmal diese taube und stumme Gesellschaft durchbrechen, ihr die eigene Unmündigkeit, Trägheit, ich will fast sagen: Faulheit aufzeigen. Ihr zeigen, was geht, dass es anders geht, dass Gesellschaft eben machbar ist. Was übrigens schon die alten griechen erkannt hatten, doch vieles von dem, was sie damals wussten, ist heut wieder verloren gegangen. Aber keine Idealisierung archaischer, vielleicht schon direktdemokratischer Zustände, das führt zu nichts und wäre vor allem unkritisch.
Die Jugend ist heut entweder auf Spaß aus oder auf Erfolg, manchmal auf beides. Doch wer engagiert sich noch, wer setzt sich ein, nicht nur für die eigenen Ziele? Es widerstrebt mir, solche Menschen Elite zu nennen, doch ist es so, dass sie einander anschauen können und eine Bindung verspüren, eine Art Verwandtschaft der Ziele. Oder, technischer ausgedrückt: sie haben ähnliche Determinanten. Ich fühle mich sehr wohl im Kreise solcher Menschen um nicht gar zu sagen: nur dort. Sie wissen, worum es geht, und vor allem: worum es nicht geht. Nicht ums Aussehen, nicht um den Schein, nicht ums Geld. Nicht darum, sich besser zu fühlen, weil man andere schlecht machen kann. Das kann jeder und es ist ehrlich gesagt sehr trivial, sehr einfach gemacht. Doch kommt es darauf an im Leben keine Party verpasst zu haben um die eigene Jugend noch zu spüren?
Ich sage nein. Die Jugend verspürt man nicht auf der nächstbesten Party, nicht mit seiner Zunge im Hals eines dahergelaufnene. Das ist nicht Jugend, sie bietet soviel mehr. Jugend als Mobilität, als Kraft, wie sie leider oft ideologisch missbraucht wurde. Nicht als Wert an sich, aber als nutzbare Eigenschaft (zugegeben: askriptive Eigenschaft). Jugend als Zeit um aufzubegehren, um etwas entgegenzusetzen, der Gesellschaft, ihrer Verkurstetheit, ihrer Beschäftigung mit dem Unwichtigen. Es hat mich schon immer aufgeregt, dass die Politik sich halbe Jahre mit einer Gesundheitsreform beschäftigt, eine dringend notwendige Bafögerhöhung aber ohne viel Sachverstand innerhalb von 5 Minuten ablehnt. Deutschland die Wissensgesellschaft? ha! Aber warscheinlich haben sie nur nie Denken gelernt im BWL-STudium ...
Und sie kommen durch damit, weil die Betroffnene schweigen. Gab es einen Aufschrei, eine Stimme, die die presse erhört hätte? Nicht einmal Springer meldete sich lautstark zu Wort, nur Agenturmeldungen, kommentarlos. Die Jugend schaut gleichgültig zu.
Das müsste nicht so sein, wenn die Aufklärung sich wirklich durchgesetzt hätte. Kant schrieb vielerichtige Sätze dazu, die leider bei vielen nie angekommen sind. eigene Unmündigkeit? Weit verbreitet. Vernunft? Ha! - wo denn? Vernünftig wäre es, sich gemeinsam für gesellschaftliche Ziele einzusetzen, als Jugendbewegung FÜR etwas zu kämpfen. Aber nichts, niemand setzt etwas ernsthaft dagegen. Jetzt prescht sogar die FDP NRW zurück, will bei Studiengebühren Gesetzeslücken schließen - weil wer etwas tat?
Jedenfalls nicht die Studenten, die es betraf.
25.2.07 16:03
 


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