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"... und das ist auch gut so"

Erster Mai - Tag der Arbeit. Natürlich, die ehemalige Arbeiterpartei gibt ein Fest. Vorher musste ich mich durch ein Volksfest zwängen, es störte mich so ziemlich alles daran. Die laute Musik,. der Gestank des Essens, aber vor allem die Menschen. Noch nie habe ich so viele (pardon) hässliche Menschen auf einen Haufen gesehen. Hässlich von der Sorte "Hart IV und stolz drauf" - heruntergekommen, meckernd, gaffend. Außerdem Nazis in Hülle und Fülle, aber bei Klaus Wowereits Anblick - meistens waren sie nur mit der Freundin unterwegs - waren sie ganz klein und leise.
Ja, Klaus Wowereit war auch da, das hat mich überascht. Groß ist er und wahnsinnig braun, die Hand wollte ich mir von ihm aber nicht schütteln lassen. Er ging durch den winzigen Kreis des Festes, hielt an jedem Stand, hinter ihm e9ine Traube von pseudowichtigen Personen, die im September zur Wahl stehen.
Ich habe mich irgendwann an den Rand gesetzt, alles drehte sich. Habe dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, und der Justizsenatorin Schubert zugehört, außerdem der Band.
Da - ein vorpubertäres Mädchen, das auf mich zukommt, mit mir redet - ohne Probleme. Karins Tochter Sophia - ein offenes, kluges Kind. Mir wurde bewusst, wie unbeschwert ihr Leben aus meiner Sicht ist. Sie ist behütet, keine auffalmmende Sexualität verstellt ihr den Blick oder leitet ihn, wie es bei Jugendlichen oft der Fall ist. Bald kommt sie auf meine (dann ehemalige) schule. Viel Glück.
Dann: Ein Muffin, der mir spendiert wurde, ich wollte schon zahlen. Doch Karin reicht schnell einen Euro rüber, vergeben und vergessen. Auf ihrem Arm Emilia, ein halbes Jahr alt. Große blaue Augen strahlten mich an, ein pummeliges Lächeln. Auch mich rührt so ein Baby.
Der Heimweg wieder durch die hässlichen Massen. Sie stoßen mich ab, Ekel überkommt mich. SOll ich sie alle überzeugen, dass Intelligenz wichtig ist, Bildung, Engagement? Nein, das schafft kein Menschenleben. Ich habe meine Taktik geändert, vor einiger Zeit schon. Von der Massenwirksamkeit zur Avantgarde, der einzigen Möglichkeit, wo ich nicht andauernd abgestoßen werde oder abpralle an verschiedenen Menschen. Vielleicht habe ich diese Taktik schon immer verfolgt.
Heute Abend: Wieder joggen, eine STunde der Sonne entgegen. Ich würde nie so lange laufen, wäre die Sonne nicht so wunderschön und warm, das Herz ergreifend. Die Welt scheint manchmal so einfach zu sein in dieser täglichen Stunde, mein Leben fast lächerlich. Meine Probleme lösen sich in Luft bzw. Sonne auf, alles wird leicht, nur die Waden und Knie Schmerzen. Hoffentlich reißt die Achillissehne nicht.

Diese Woche: Es soll warm und sonnig werden. Ich hab viel vor, werde wenig davon schaffen. Jusos? Mal schauen, ob ich eine bestimmte Person dort wirklich treffen will. Vielleicht werde ich auch damit bald abschließen.

PS: Die Absagen, die ich bekam, waren eher schlecht. Gute Ausreden sind wohl nicht mehr nötig?
1.5.06 22:10


Gestern habe ich eine freudige Nachricht erhalten, die mein Leben nachhaltig beeinflussen wird. Oder? Ja, doch, das hat sie wirklich gesagt, ja, das hab ich nbicht nur geträumt. Warum bin ich dann nicht glücklic`h? Ich sollte es sein, das ist mir schon gestern aufgefallen, doch irgendwie will sich dieses Glücksgefühl nicht einstellen. Ist es, weil ich immer mehr will, als ich bekommen kann? Ein Alkoholiker sagte mir mal, dass er deswegen zum Alkohol gegriffen hat, also vorsicht. Warum kann ich nicht einfach zufrieden sein mit dem, was ich habe und bekommen kan`n? Es macht mein Leben ungleich schwieriger, dass ich so bin wie ich bin. Das fällt mir immer wieder auf, auch, wenn ich vielleicht (laut der Aussage eines einzelnen Lesers) in den Himmel kommen werde.
Heut hab ich mich mit meinem Notebook an den Potsdamer Platz gesetzt, Sony Center. Bekanntlich ist da ja ein Hotspot, leider nur funktionierte das bei mir so gar nicht mit dem surfen. Anscheinend war ich da der einzige, denn niemand anders wechselte andauernd den Standort - nur ich.
Stattdessen hab ich dann Stadium Arcadium von den RHCP eingelegt, frisch gekauft, Kopfhörer rein und ein Kapitel von Venice Queen weiter geschrieben. Teilweise hat die Geschichte ein neues Gesicht angenommen, ist vielseitiger geworden. Thomas hat jetzt eine Schwester, ein echtes Problemkind. Ihr Name? In stetiger Verehrung einer bloden Göttin: kathi. :P Heb nicht ab deswegen, gib mir lieber mein Buch wieder.
Zurück zum eigentlichen Thema: Warum bin ich so unersättlich? Warum strebe ich danach, alle Menschen auf dieser Welt zu kennen? Es macht mich selbst wahnsinnig, immer alles zu wollen und nur selten das zu bekommen, was ich will. Vielleicht sollte ich es mir öfters nehmen, vielleicht weniger wollen. Was davon ist weniger unwahrscheinlich?
6.5.06 20:24


Ambivalenz

Wo soll ich studieren? Dem Verstand oder dem Herzen folgend - das sind die 2 Optionen. Freiheit oder Glück, was steht mir besser zu Gesicht? Sicherheit oder Risiko? Geld - oder Liebe?

Ich schreibe zu wenig in letzter Zeit, lese viel. Manchmal vergesse ich dabei vollkommen die Zeit, wundere mich, wie spät es schon ist. Einzig die Stunde zwischen 17 und 18 Uhr bekomme ich voll mit - und warte. Warte auf Nachrichten, auf ein Zeichen aus der Neuen Welt.

Thorvald hat sich heut kurz mit mir unterhalten. Entgegen der Meinung anderer Menschen ist er mir absolut sympathisch, vielleicht wegen seiner sehr offenen Art, Weltoffenheit sagt man wohl, oder auch wegen seiner übergroßen Intelligenz. Intelligente Menschen mit Charakter findet man leider selten, noch seltener welche, die das WIR größer schreiben als das ich.

Ich habe mich von einem Gedanken getrennt diese Woche: Es gibt, entgegen aller Wünsche, keine Menschen auf der Welt die sind wie ich. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht.

Gestern waren wir in der Uni, Mikro, Kathi, janine, ich. Janine ist bald gefahren, was blieb waren wir drei. Komische Menschen, das muss man sagen. ich glaub, ich würde sie nie auf Dauer aushalten, auch, wenn wir uns verstehen. Auch sie sind nicht wie ich oder sollte ich besser sagen: ich bin nicht wie sie?
Lustig: Es gibt etwas, was diese beiden Menschen nicht über mich wussten. Zumindest Kathi hat es sehr intressiert, wenn ihr mich fragt, sie hätte es merken müssen. Na ja, Menschenkenntnis und damit auch das Interesse für Menschen scheint nicht sehr weit gesäht.

Morgen: zensurenschluss
Dienstag: letzter Schultag
Bald: Abiprüfung Deutsch
danach: Abiball und -fahrt
dann: Freiheit.

Weimar, ich komme. Im Herzen bin ich schon da, auch, wenns am Samstag nur in die Nachbarstadt Jena geht. Uni, wohin auch sonst.

ich würde gern jemandem den letzten Teil, den ich geschrieben habe, vorlesen. Er nist anders, assoziativer, freier geschrieben als anderes, aber auch abgehackter.

Was ich schon immer mal sagen wollte: Caro Heinz ist eine Nervensäge vom Format Janas. Wenn sie das nächste Mal anruft, bin ich doch tatsächlich nicht da. Jetzt weiß ich ja, wem diese Nummer gehört.

Sturmfrei zu haben ist schön, aber es nimmt meinen Tagen jeglichen Rahmen. ich vergesse mich selbst, bade noch um Mitternacht, Schule wird auffallend kürzer. Oder wie Thorvald sagte: "Du liest ja ne ganze Menge, davon wird man doch unheimlich klug." Ein schmunzelnder Satz ist das, ein wahrer, ein bewundernder aus seinem Munde. Wahrscheinlich wäre ich auch von seinem Potenzial enttäuscht, wenn ich es näher kennen würde.

ich glaube, ich brauche einen Menschen, der mir ebenbürtig ist. Auch, wenn das zumindest ein leser nicht so gern hört: ich fühl mich unterfordert mit den Menschen, mit denen ich öfters zu tun habe. Nichtmal Eva kann diskutieren bzw. sie will es nicht, viel lieber zieht sie ihre Augenbraue hoch.
Eine Erinnerung: Eva in Rom mit einer Modezeitschrift,. Aber: Niemand wollte mit ihr in ein Zimmer, K. tat das sogar mehr als laut kund, genau wie gestern ihre Sexgewohnheiten. Auch an diese Primitivität gewöhnt man sich - leider.

Nun werde ich schließen liebe leser - ein Satz aus Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Ein schönes Buch, lesenswert, inspirierend, wenn auch weniger als sein gegenstück "Der Freund und der Fremde".

PS: Ich hatte heut nachmittag einen Albtraum. S. hatte aufgegeben, ich versuchte sie von der Schönheit des lebens zu überzeugen und schaute jeden Tag, ob Blut an ihrem fenster klebte und eine Klinge dalag, als sie nicht mehr mit mir redete. Komisch, nach einer Leiche schaute ich nicht. Als ich aufwachte, pochte mein herz unheimlich schnell, ich war geschockt, als hätte ich gar nicht geschlafen. Ich glaube, wir werden uns nie wieder sehen.
18.5.06 18:36


Ambivalenz

Wo soll ich studieren? Dem Verstand oder dem Herzen folgend - das sind die 2 Optionen. Freiheit oder Glück, was steht mir besser zu Gesicht? Sicherheit oder Risiko? Geld - oder Liebe?

Ich schreibe zu wenig in letzter Zeit, lese viel. Manchmal vergesse ich dabei vollkommen die Zeit, wundere mich, wie spät es schon ist. Einzig die Stunde zwischen 17 und 18 Uhr bekomme ich voll mit - und warte. Warte auf Nachrichten, auf ein Zeichen aus der Neuen Welt.

Thorvald hat sich heut kurz mit mir unterhalten. Entgegen der Meinung anderer Menschen ist er mir absolut sympathisch, vielleicht wegen seiner sehr offenen Art, Weltoffenheit sagt man wohl, oder auch wegen seiner übergroßen Intelligenz. Intelligente Menschen mit Charakter findet man leider selten, noch seltener welche, die das WIR größer schreiben als das ich.

Ich habe mich von einem Gedanken getrennt diese Woche: Es gibt, entgegen aller Wünsche, keine Menschen auf der Welt die sind wie ich. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht.

Gestern waren wir in der Uni, Mikro, Kathi, janine, ich. Janine ist bald gefahren, was blieb waren wir drei. Komische Menschen, das muss man sagen. ich glaub, ich würde sie nie auf Dauer aushalten, auch, wenn wir uns verstehen. Auch sie sind nicht wie ich oder sollte ich besser sagen: ich bin nicht wie sie?
Lustig: Es gibt etwas, was diese beiden Menschen nicht über mich wussten. Zumindest Kathi hat es sehr intressiert, wenn ihr mich fragt, sie hätte es merken müssen. Na ja, Menschenkenntnis und damit auch das Interesse für Menschen scheint nicht sehr weit gesäht.

Morgen: zensurenschluss
Dienstag: letzter Schultag
Bald: Abiprüfung Deutsch
danach: Abiball und -fahrt
dann: Freiheit.

Weimar, ich komme. Im Herzen bin ich schon da, auch, wenns am Samstag nur in die Nachbarstadt Jena geht. Uni, wohin auch sonst.

ich würde gern jemandem den letzten Teil, den ich geschrieben habe, vorlesen. Er nist anders, assoziativer, freier geschrieben als anderes, aber auch abgehackter.

Was ich schon immer mal sagen wollte: Caro Heinz ist eine Nervensäge vom Format Janas. Wenn sie das nächste Mal anruft, bin ich doch tatsächlich nicht da. Jetzt weiß ich ja, wem diese Nummer gehört.

Sturmfrei zu haben ist schön, aber es nimmt meinen Tagen jeglichen Rahmen. ich vergesse mich selbst, bade noch um Mitternacht, Schule wird auffallend kürzer. Oder wie Thorvald sagte: "Du liest ja ne ganze Menge, davon wird man doch unheimlich klug." Ein schmunzelnder Satz ist das, ein wahrer, ein bewundernder aus seinem Munde. Wahrscheinlich wäre ich auch von seinem Potenzial enttäuscht, wenn ich es näher kennen würde.

ich glaube, ich brauche einen Menschen, der mir ebenbürtig ist. Auch, wenn das zumindest ein leser nicht so gern hört: ich fühl mich unterfordert mit den Menschen, mit denen ich öfters zu tun habe. Nichtmal Eva kann diskutieren bzw. sie will es nicht, viel lieber zieht sie ihre Augenbraue hoch.
Eine Erinnerung: Eva in Rom mit einer Modezeitschrift,. Aber: Niemand wollte mit ihr in ein Zimmer, K. tat das sogar mehr als laut kund, genau wie gestern ihre Sexgewohnheiten. Auch an diese Primitivität gewöhnt man sich - leider.

Nun werde ich schließen liebe leser - ein Satz aus Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Ein schönes Buch, lesenswert, inspirierend, wenn auch weniger als sein gegenstück "Der Freund und der Fremde".

PS: Ich hatte heut nachmittag einen Albtraum. S. hatte aufgegeben, ich versuchte sie von der Schönheit des lebens zu überzeugen und schaute jeden Tag, ob Blut an ihrem fenster klebte und eine Klinge dalag, als sie nicht mehr mit mir redete. Komisch, nach einer Leiche schaute ich nicht. Als ich aufwachte, pochte mein herz unheimlich schnell, ich war geschockt, als hätte ich gar nicht geschlafen. Ich glaube, wir werden uns nie wieder sehen.
18.5.06 18:36


Schön-heit?

Es gibt wenige schöne Dinge auf der Welt. Musik gehört dazu, wenn auch nur bestimmte, oder die Freiheit. Wahrscheinlich auch das strahlende Gesicht eines hübschen Menschen, aber das ist wohl, mehr als anderes, vollkommen subjektiv. Ja, und Freiheit. Heute ist, war, der letzte Schultag meines Lebens. Zwar hatte das, was wir heute veranstaltet haben, wenig mit Schule zu tun, doch ein wenig wehmütig werde ich schon, wenn ich bemerke, dass ich all diese Menschen, die ich zu 90% nicht kenne, mit denen ich aber tagtäglich zur Schule gehe, wohl niemals wieder sehen werde. Einige werde ich wieder treffen in meinem Leben, aber ich glaube kaum, dass viele meinen Weg einschlagen werden. Zu steinig, zu undankbar und doch der dankbarste von allen.
Ich war gelöst heute, fröhlich und bin es noch immer. Es war weniger der Wein (Von dem man mir ins Ohr sagte „Irgendwie war mir klar, dass du Wein trinkst.“), vielmehr die Gewissheit, frei zu sein. Nie wieder all diese Menschen zu sehen – es hat auch sein Gutes. Bald werde ich mich über neue Menschen ärgern können, neue Hoffnungsträger entdecken und verstoßen. Bald werde ich an neuen Menschen lernen und wachsen, mit ihnen lachen und diskutieren. Bald werde ich – andere Menschen verletzen.
Was bleibt als die Erinnerung? Einige Menschen werde ich niemals vergessen. Jenny beispielsweise, auch, wenn wir lange schon nicht mehr miteinander geredet haben. Sie ist und bleibt ein besonderer Mensch, den ich wohl immer mögen werde. Vielleicht, weil wir so lange nicht mehr miteinander geredet haben. Ich weiß nicht genau, warum gerade sie mir einfiel, aber viele andere kommen mir nicht in den Sinn. Ist vielleicht besser so, um frohen Mutes in die Zukunft zu schauen.

//

Auch das: Sonntagnacht schaute ich einen Film, „Nichts bereuen“. Wohl ein Jugendfilm, ich weiß es nicht. Vielleicht war ich gerade sehr sensibel, aber er machte mich unglaublich traurig. All diese Zurückweisung, diese unerfüllte Liebe, diese Peinlichkeiten zwischen den Menschen – ich glaube, ich will das nicht. Mag sein, dass es an diesem Tag gerade wieder schlecht lief, dass nichts gelingen wollte so recht und dass ich die ganze Zeit schon angeschlagen war. Ein großer Ekel durchfuhr mich bei der Zurückweisung eines Kusses, wohlgemerkt im Film. Ich kam damit noch nie klar.

Ein Blick, ein blindes Verstehen. Auch das an diesem Tage mit einer Person, die ich immer noch für primitiv halte. Ich bereue nichts, stehe dazu. Trotzdem ist dieses Verständnis, was erst nach ganzen 2 Jahren seine volle Blüte entfaltet hat (Irgendwer nannte es „wie Bruder und Schwester“ – wer auch immer das gesagt haben soll), nichts alltägliches. Auch das etwas, was ich vermissen werden.
Trotzdem besteht mein Tag heute nicht nur aus Vermissen. Ich freue mich sehr auf die Zukunft. Warum auch immer heut eine neue Perspektive dazugekommen ist als ich diese ganzen Schüler auf dem Hof stehen und sitzen, tanzen und springen sah, sie ist da und sie ist, um ein anachronistisches Wort zu nutzen, glorreich. Glorreich, das ist ein Wort, was mir durch den Kopf geht. Vielleicht ist es ein wenig exzentrisch, was ich nach außen hin selten bin, aber ich bekomme es nicht weg. Ich will etwas besonderes schaffen in meinem Leben, ein besonderer Mensch sein. Der Sinn steht mir nicht nach familiärem Glück, nach Glück im Kleinen. Ich will die Welt verbessern, will Menschen helfen und als Dank ein Lächeln, einen Händedruck, ein glückliches Kind. Ich will, ich will ... soviel. Ich bin: anders. Das sagte ich schon und kann es nur wiederholen.
Wohin reist Du? ... einem neuen Zeitgefühl entgegen!
Mein neues Zeitgefühl beginnt heute, nicht erst in 7 Wochen. Vor einiger Zeit habe ich schon wieder angefangen zu schreiben, war doch recht fleißig, wenn auch das nichts ist im Vergleich zu früher. Mein Schreiben ist ernster geworden, gesteuerter, weniger impulsiv. Doch ich schreibe wieder – auch das ist ein Grund zum Feiern.
Nun geht es auf in die Zukunft, kommt mit oder bleibt in der Gegenwart, liebe Leser. Was immer ihr tut: Habt eine schöne Maiwoche.
23.5.06 19:27


Fremde

Es war schon eine wunderliche Veranstaltung, diese Bekanntgabe der ABiturnoten. Allein: Ich versteh die Menschen nicht. Es mutete an wie ein Drama, als ginge es um Leben und Tod, um Sein oder Nichtsein, um den 3. Weltkrieg oder eine friedvolle Welt. Spannung überall, die schon von Freud untersuchte weibliche Hysterie selbst bei den Besten der Besten. Warum soviel Aufregung, wenn die meisten, die kurz vor einem Heulkrampf standen, sowieso ohne Probleme bestanden hatten? ich versteh es nicht, vielleicht ist meine Rolle aber auch die des stillen Beobachters.
Vorher, ich lief allein durchs Schulhaus. Still war es, überall Unterricht. Hinter Türen vertraute Stimmen, denen ich bis vor kurzen auch noch mit halb geschlossenen Lidern lauschte. Stimmen, denen ich so nie wieder lauschen werde. Das langsame Anschwillen des Lärmpegels, je näher die Pause rückte, immernoch leere Gänge. Lehrer, die vertraulich mit den ehemaligen Schülern reden, die eigentlich noch nicht exmatrikuliert sind. Und eine Masse, größer werdend, vor der Aula. Fröhliches Wiedersehen mit ein wenig Ironie, Panik, Hysterie. Einige Lehrer waren gekommen, warum, das haben sie nicht verraten.
//
Doch darüber wollte ich nicht schreiben, der Titel bezieht sich auf etwas anderes. Ich war heute Abend, mal wieder, mit meinem Vater bei einem Stammtisch des BDS (Bund der Selbstständigen). Herzlicher Empfang durch die wirklich nette Sekretärin. Michael Müller, SPD-Chef Berlins und Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus war geladen. Im Fernsehen war er mir immer unsympathisch gewesen. Nun kommen zu diesen veranstaltungen eben Unternehmer mit ihrem Anhängsel, meist Hanttasche mit Frau, alles von Gucci. Neben mir ein schwitzender Koloss, ich würd ihn gar für einen Titanen halten, aber er ist nur Chefredakteur und Inhaber der Verbandszeitung Merkur. Die Unternehmer: das ist nicht meine Welt. Ihre blasierte Arroganz, ihr teils affektiertes Gehabe, ihre Geringschätzigkeit für die Politik, für die Welt, für alles, was nicht in ihr kapitalistisches Weltbild passt: befremdend. Ihre Autobezogenheit, ihr Getue, ihre Blicke: zerstörend. Michael Müller, wirklich ein brillanter Redner (ob er etwas zu sagen hat bezweifle ich allerdings), gab sich alle Mühe. Seine Reden würden angenommen, ja. Doch mein Eindruck von ihm ist nur noch befremdender. Das ist kein Sozialdemokrat, das ist eher einer vom Schlage Steinbrücks, ein pragmatiker. Ich verabscheue diese Denkensart, die jegliche Ideale ausblendet. Warum will Berlin einen eigenen Wohnungsbestand haben? Begründen konnte er es nicht. Warum das letzte Kitajahr gratis? keine Begründung. Für Kapitalisten bedeutet Geld Gott und die eben genannten Dinge kosten eben sehr viel Glauben. Ich glaube, am schlimmsten war Müllers Blick. Er redete wirklich gut, nach allen regeln der Kunst, vollkommen politikerhaft. Ich saß ihm direkt gegenüber, in den Katakomben, in denen wir saßen, war wenig Abstand zwischen uns. Aber sein Blick war gleichzeitig so kalt, so abschätzig, als wäre ich als Mensch nur Adressat seiner Worte, nur Resonanzboden. Kein Interesse an niemandem, nur die Botschaft zählt. Vielleicht, ja, vielleicht muss man als Politiker so sein, so eine harte, gleichgültige Schale haben. Sein Scherzen mit dem Vorsitzenden des BDS vor- und nachher: vollkommen hohl, der blanke Hohn für Menschen, die für Müller Wahlkampf machen sollen.
//
Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben, diese Veranstaltung aber zur Beweisführung nutzen, was mir misslungen ist. Ich bin dabei, mich zu verändern. Ein prozess, den ich vor ziemlich genau einem Jahr in der selben Art und Weise schon einmal durchgemacht habe. Hin zu mehr ENgagement, mehr Selbstbewusstsein, weniger Introvertiertheut. Hin zu mehr Mut, weg von der Feigheit. Immer auf mein Ziel zu, meinen Traum: Die Welt ein bisschen besser machen. Laut auf die Pauke hauen, etwas tun, meine Zeit so sinnvoll wie möglich nutzen. Ich habe viel Zeit im Moment, vielleicht ist mir dadurch der gravierende Rückschritt so sehr aufgefallen, der im herbst letzten Jahres begonnen, im Winter seinen absoluten Höhepunkt in einer dummen Affäre fand. Watergate in klein, nur, dass ich nicht gestürzt wurde wie Reagen.
Ich hoffe, dass diese Verändeurng endgültig sein wird, dass ich Menschen wieder ansprechen kann und nicht ewig darauf warte, angesprochen zu werden. Vielleicht werde ich dann irgendwann der Mensch sein können, der ich sein möchte und das Leben führen, das mir so idealistisch schön vorschwebt. Vielleicht ... bin ich ein Mensch, der mit nichts im Leben je zufrieden sein wird.
31.5.06 22:12





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