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"Die Würde des Menschen ist unantastbar."
Art.1 Absatz 1, Grundgesetz.

Heute bin ich amnesty international beigetreten. Und was machen wir morgen?
2.3.06 15:34


Der Ruf der Freiheit

Eben saß ich Auto, hörte laut Coldpay. Vollkommen ausdruckslose Musik an sich, doch voll von Ausdruck in Form von Erinnerungen an die Zeit, als ich sie zuletzt hörte: Amerika. Immer lauter drehte ich die Musik, immer tiefer drückte ich das Gaspedal herunter. Dann ließ ich das Lenkrad los, mein Mund zog sich in die breite zu einem Lächeln, das ich von mir gar nicht mehr kannte. Ich war frei - für einen Moment.
Und so erklingt dieser Ruf der Freiheit, der mich ab und an phasenweise aufsucht, in letzter Zeit recht laut in mir. Ich bin heute nur zu den Jusos gefahren, um diese insgesamt eine STunde Autofahrt allein sein zu können, nur ich, die Musik und die Nacht um mich herum. Ich konnte hinfahren, wo ich wollte, hätte bei Sophie, bei Andre stoppen können, keinen hat interessiert, was ich während dieser 60 Minuten tat, niemand saß mir im Nacken. Und so war die Einladung zur Party der Jahrgangsstufe heut doch verlockend, aber ich wollte die Leute einfach nicht sehen. Diese (entschuldigung) bornierten, von sich selbst zu sehr überzeugten und vollkommen spaßsüchtigen Kinder gehen mir einfach auf die Nerven. Würde ich alle 98 anderen fragen, ob ihnen Spaß oder ENgagement wichtiger wäre, mindestens 75% würden Spaß ankreuzen. Soetwas ist nicht nur traurig, es eröffnet auch Perspektiven, die mein eigenes Engagement nicht wieder wett machen kann, nicht in 10 Leben. Ich habe mich entschieden(!), anders zu sein. Wenn ich mich engagiere, dann richtig, dann ganz, dann immer. Da hält mich keine party und vor allem keine Faulheit ab, wie es das bei anderen viel zu oft der Fall ist. Aber ich möchte hier nicht meine Generation nieder machen, denn allein sie wird später über die Geschicke des Landes und seiner Menschen, vielleicht der Welt entscheiden.
Trotzdem: Es macht mich viel zu oft sauer und traurig, dass so viele wirklich kluge, fähge Menschen nichts tun, weil es bequemer ist. Zynismus ist zur Meinung geworden, sozusagen salonfähig, Politik ist etwas zum drüber lachen, auch und vor allem, wenn man keine Ahnung davon hat.
Vielleicht finde ich ein wenig Freiheit, wenn ich in den Buchladen gehe, eine Bibliothek oder einfach wegziehe von hier, wo ich schon lange nicht mehr länger sein will. Vielleicht bringt mich das ab von dieser schleichenden Misantropie, die ich zu bekämpfen versuche. Vielleicht ... vielleicht sollte ich mir Katzen anschaffen.

6:1 für Spaß übrigens.
3.3.06 22:43


Gespenster

Manchmal, wenn ich wieder stundenlang mit keinem Menschen gesprochen habe, möchte ich für lange lange Zeit ein Gespenst sein. Ich werde glücklich bei dem Gedanken, nicht reden zu müssen, dem Leben dabei zuschauen zu können, wie es sich lebt. Es erfreut mich, Menschen dabei zuzusehen, wie sie ihre alltäglichen Wege gehen, wie die Worte aus ihren Mündern rinnen wie Wasser den Bordstein herunter. Ich möchte verschwinden, unsichtbar sein und unerreichbar für alle, für Tage nicht reden, nur ein stummer Beobachter sein.

passend oder unpassend und wunderbar schnulzig, so vollkommen unpassend zu mir:

Sie sagen dir, ich bin's nicht Wert,
du verschwendest deine Zeit.
Sie sagen dir, du gibst zu viel,
und dass nichts übrig bleibt.
Sie sagen erstens kommt es anders,
und zweitens als man denkt.
Ich schaue raus und weiß,
wie oft man sich umsonst verschenkt
Wenn ich anders könnte, würde ich mit dir fliegen...
Wenn ich anders könnte. würde ich dich lieben...

Und ich weiß,
dass alles in dir schreit,
weil gar nichts von mir bleibt.
Ich verschwinde...

Du sagst, ich geb uns keine Chance,
und ich machs mir viel zu leicht.
Ich könnt so kotzen weil ich weiß,
dass alle Zeit der Welt nicht reicht...
Du hättest mir noch viel zu geben,
das was uns beide heilt.
Wir wären ewig, wären groß,
bis auf die Kleinigkeit.
Wenn ich anders könnte, würde ich mit dir fliegen...
Wenn ich anders könnte. würde ich dich lieben...

Ich verschwinde
Ich verschwinde
Ich verschwinde


Vielleicht werde ich wirklich bald verschwinden, in ein neues Leben, weit weg von hier. Ich spekuliere heut schon darauf, spiele damit, schlage Menschen diesen Fakt ins Gesicht, sage ihnen, dass wir uns nie wieder sehen werden nach diesem Sommer, damit sie merken, was sie vermissen werden. Ich dagegen werde kaum etwas vermissen an dieser Welt, am allermeisten wohl die Stadt, am wenigsten die meisten der Menschen hier, einige Ausnahmen ausgeschlossen. Ich werde anderswo neu anfangen, werde der Mensch sein können, der ich hier nicht mehr sein kann, weil man mich zu lange kennt. Ich werde vielleicht in eine Welt hineinwachsen, in der ich leben möchte, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall wird sie viel neues bereit halten, ich werde in der Hand haben, wohin der STrom des lebens mich trägt.

- ich verschwinde bald.

Der Songtext macht mich traurig, wohl, weil ich nie der war, der verschwinden konnte, sondern immer der, der mit dem verschwinden des anderen zu kämpfen hatte. Er trifft auf diese Situation, in der ich nunmehr seit einem Jahr fest stecke und aus der es vorerst keinen Ausweg gibt. Mein Verschwinden auch aus diesem Leben wäre eine Möglichkeit, aber nicht die beste. Es wird immer eine Option bleiben für mich, aber nicht die Präferenz.
Wirres Gerede, mein Buch ruft mich in seine Einsamkeit zurück.

Schönes Wochenende, Phantomleser
10.3.06 22:46


Mein Kontostand merkte gerade kritisch an, dass ich weniger Konzertkarten bestellen sollte. Metallica am 06.06., RHCP am 15.06., das frisst insgesamt das Taschengeld für 2 Monate. Aber was ist schon Geld, wenn die Ausgaben einen glücklich machen? Geld regiert nicht die Welt!

Freiheit ist es im Moment, die mein Leben bestimmt. ich rede immernoch stundenlang mit niemanden, lese, höre laut Musik, liege im Bett und träume. Seit langem habe ich keine Literatur mehr produziert, dafür sind meine Worte in den seltenen Fällen, in denen ich doch etwas schreibe, wunderbar glasklar.
Diese Tage, in denen ich im Moment lebe, halten nichts Besonderes bereit für mich. Gestern gleich heute, heute gleicht morgen. Es ist immer nur das alte Spiel namens Alltag, die Pendelbewegung zwischen Schule und angenehmer Einsamkeit, durchsetzt mit Selbstbestimmung. Auch wenn ich mich normalerweise nach dem Besonderen im Leben sehne, den STillstand verabscheue, so sind diese Tage doch wunderbar ruhig. Ich lese viele Bücher, tue all die Dinge, zu denen mir sonst Zeit und Prioritäten fehlen. Es ist wunderbar, Zeit zu haben und dadurch frei zu sein. Ich warte nicht mehr auf Anrufe oder dass sich bestimmte Menschen bei mir melden, ich freue mich über die Ruhe, die hier herrscht.

Gestern hab ich den ganzen tag auf einer KVV verbracht, 130 Menschen in einem Konferenzsaal, da wurde die Luft knapp. Aber ich habe die Zeit zwischen den vielen Wahlgängen genutzt, um zu lesen und mich ein wenig mit Erwachsenen über Politik zu unterhalten. Das tut auch mal gut in einer infantilen Welt, in der infantilen Welt, die sich mein Umfeld nennt.

Kathi? Kopf hoch, es ist alles nur halb so schlimm bzw. der normale Lauf des Lebens. Menschen kommen und gehen, du solltest dich auf dich selbst und deine Ziele im Leben verlassen und dir, wenn du noch keine hast, schleunigst welche suchen. Soetwas wird dir noch 1000 Mal passieren im Leben und irgendwann wirst du über die Intensität der Gefühle lachen, die du im Konkreten Moment hattest. ich wünsche dir nur das Beste und mir, dass du die Welt ein wenig besser zu machen gedenkst mit deinen Zielen.

An alle Anderen: Grüße aus der wunderbaren STille der Musik, der Stille der Einsamkeit. Ich sage es heut ohne Groll: lesen allein kann auch glücklich machen.
12.3.06 13:18


Manchmal möchte ich mein ganzes Leben zu Trümmern zerschießen. Ich weiß, dass ich die Kraft habe, das allein durch Wortgewalt zu tun.
Vielleicht wäre es aber Unklug, das zu tun. Andererseits könnte es das beste sein, was mir passieren kann, denn dann wäre ich endgültig frei.

Freiheit ist im Moment das Einzige, was zählt.

Tha mi beo - I am alive
15.3.06 23:38


Buchmesse Leipzig

Vor 5 Minuten bin ich rein, seit 6.30 auf den Beinen nach wenigen, oberflächlichen Stunden Schlaf. Kurze 1 1/2 Stunden fährt man nach Leipzig, man ist gerade erst losgefahren, dann ist man schon wieder da - sehr angenehm.
Mama flüsterte mir eben aus dem Halbschlaf zu, dass mein Telefon ewig geklingelt haben soll. Ich habe heute keine Lust, zu telefonieren, selbst zum wütend werden fehlt mir die Kraft. Allerdings befürchte ich, dass es gleich wieder klingeln wird ... sollte ich einfach weiter das Arschloch sein, dass sich von seinem Leben löst?
Die Messe an sich war toll, wenn auch wieder einmal unglaublich anstrengend. zwar ist Frankfurt nicht nur größer, sondern auch besser organisiert, so war es trotzdem wunderbar, diese Horden vor allem junger Menschen zu sehen, die sich für Literatur (oder Anime) interessieren. Die vielen barfüßigen möchtegernmangafiguren waren eine Augenweide, auch wenn man bei manchen vor lauter Haut den SToff nicht mehr sah. Es war trotzdem lustig, alle sahen anders aus. Danach noch kurz durch Leipzig gefroren, nen Buch gekauft (Julia Zeh: Adler und Engel) in nem wunderbaren Buchladen á la thalia weimar, italienisch essen gewesen und vollkommen pleite. Auf dem Bahnhof dann ein paar pseudonazis, die nichtmal wissen, mit welcher Hand man ihren Gruß macht - peinlich für sie, irgendwann hörten sie auf zu gröhlen, wahrscheinlich hatte ihnen die Polizei erklärt, was sie falsch machten.
Traurig: Polizeikontrollen von Ausländenr auf dem Bahnhofsgelände, sowas muss doch nicht sein, nur, weil sie arabisch aussehen. Uns haben sie gar nicht beachtet.
Alles in allem ein wunderbarer Tag, ich überlege, ob ich nochwas dazu schreibe, aber wohl eher nicht. Ich werds genießen.
18.3.06 22:33


"und so ging ich in die Welt hinaus .."
25.3.06 21:05


Texanische Impressionen

Ich hab eben in Kanada angerufen, es meldete sich der gewohnte Ton von Texas, der texanische Akzent ihrer Gastmutter. Kurzes Gespräch, halbe Minute vielleicht, und um mich herum wurde es warm, sonnig, schwül, es roch nach Klimaanlagen - ein essentieller Geruch im sommerlichen Houston. Auf einmal war es alles wieder da und ist es noch: die ewig langen Straßen, die den Horizont küssen, die vielen Autos, die hoch stehende Sonne, die extrem dicken oder dünnen Menschen, vor allem aber diese geschleifte Aussprache. Auch das Glück, es lässt sich kurz betasten von mir, die Leichtigkeit des Seins, die ich dort empfinden konnte.
Jeden Morgen überlegten wir, was wir tun könnten, war es zu heiß, gings gleich in den Pool bis 1, 2 Uhr, zu heiß zum Mittagessen. Nachtmittags: Der Geruch von Jims Büro oder dem Büro bei Uli daheim: viele neue technische Geräte, leises Lüfterrauschen, draußen eine Affenhitze. Danach: Spontan Kino, viel zu öft, immer eingeladen. Wunderbar diese riesigen Kinos, Platz, Liegesitze, salziges Popkorn und ne Coke. Ein Traum von Urlaub, vielleicht einer von Leben für mich.
Es gäbe sicher noch viel zu erzählen, interessieren wird diese Schwärmerei weniger. Ich wollte es nur einfangen, dieses Gefühl der Leichtigkeit und des Glücks, dass ich dort empfand, wohlwissend, dass ich bald heim fliegen und dort ein noch größeres Glück erwarten durfte. Das alles war so anders als das Leben jetzt, dieser stupide Alltag, denen nur das ewige Lesen guter Bücher ein wenig Sinn verleiht.
Der 16. Juli ist definitiv Stichtag fürs Glück!
28.3.06 23:00





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