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Nasse Schleier lagen ?ber der Welt, als ich heut Nacht zum zehnten Mal zum fenster hinausschaute. Um die Laternen hatte sich ein nebliger Hof gebildet, der Himmel war r?tlich gef?rbt. Ich lag wach, stand immer wieder auf, pc an, pc aus, es schreibt ja doch niemand mehr um diese Zeit. Ich w?lzte mich im Bett, zu m?de zum Schreiben, zu wach zum Schlafen, versuchte, durch sch?ne Gedanken die weniger sch?nen zu ersetzen. Ich war in Jena, hatte eine Wohnung, war in Weimar, war in D?sseldorf, nur an einem Ort war ich nicht: In meinem Leben.
Heute Abend gehts ins Theater zu dem St?ck, dass mich meine Liebe zu dieser Kunstrichtung entdecken lie?: Musils 'Die Verwirrungen den Z?glings T?rrle?' - ich hab das Buch gestern abend ausgelesen, oder doch schon nachts?!
Morgen: Besuch aus Altenburg, Stadtf?hrung, Starbucks. Mal schauen, wies wird. Wir werden wahrscheinlich zusammen studieren also ist das ein Treffen mit der Zukunft, meiner eigenen.
Hab gestern wieder Ewigkeiten auf den einen Anruf gewartet, der aber nicht kam. Ich starre das Telefon an, vergesse zu lesen, doch es klingelt nicht. 21 uhr, 22, 23, Mitternacht, die Stunden vergehen wie im Flug, im Flug der Gedanken. Wahrscheinlich klingelt es heut, wenn ich in den Kammerspielen sitze.
Guten Morgen Leben, guten Morgen Tag, der jetzt beginnt! Vor allem aber: Hallo Gegenwart, ich bin wieder in Dir angekommen.
3.2.06 11:04


Skizze

Dort vorn steht ein M?dchen, blond, wie ein Engel, eine schwarze Brille auf der Nase. In der Hand ein Buch, dicker als sie wahrscheinlich, auf dem Boden ein voller Rucksack, eine ?berlaufende T?te. Selten schaut sie auf, ihr Blick vollkommen regungslos, starr. Das Buch, sie ist relativ am Anfang, scheint interessant zu sein. Ein einziges, gro?buchstabiges Wort in einer mystischen Schriftart thront auf dem Titel, ich kann es nicht entziffern.
Mir schr?g gegen?ber eine Frau, jung, glaube ich. Anfangs wusste ich nicht, ob es eine Frau ist, sie wirkt seltsam. Eine Rose in ihrer Hand, mehr gelb als rot, etwas rosa, l?sst auf eine Frau schlie?en. Sie zerst?rt ganz langsam den Stiel der Pflanze, rei?t Faser f?r Faser davon ab, die Dornen ebenfalls. Sie l?sst die ?berreste immer wieder auf den Boden fallen, scharrt sie mit den F??en an den Rand, schaut auf, ob es auch niemand gesehen hat. Sp?ter, wenn die Bahn leere ist, wird sie zu sich selbst sprechen, langsam und manisch und ihre Zunge gen Himmel strecken.
Mir gegen?ber ein Mann, dicke Brille. Er starrt mich ewig an, mein k?hler, fast t?tender Blick h?lt ihn nicht davon ab. Seine Augen sind blau-grau, wirken riesig durch die Gl?ser. Er hat etwas hohles an sich, als w?re nichts in seinem Kopf, wenn er mein Gesicht so anstarrt.
Im Theater 2 M?dchen, blond, echauvierend ?ber Wortgewaltigkeit und Inhaltslosigkeit die eine, die andere ruhiger. Wohl mit ihren Eltern da, jedenfalls h?rbar laut, verwirrt, sie haben das St?ck nicht verstanden.
- ?Ich habe gar nicht bemerkt, dass sich die Figur bewegt hat?
- ?Oh, die hat sich bewegt??
Ihre Eltern l?cheln nur mild, sie fahren heim.
Auf der Hinfahrt, es d?mmerte gerade: Ein kleines M?dchen, braune Locken, ein Buch in der Hand: Solche Menschen erfreuen mich. Sie ist vielleicht gerade einmal 15, das Buch fesselt sie so sehr, dass sie kaum aufschaut. Ich dagegen schaue heraus, an jeder Haltestelle, schaue mir die Menschen an. Ich m?chte niemanden Bekannten sichten, mit niemandem reden, aber sehen, wer ein- und aussteigt, was es f?r Menschen gibt in dieser Welt, in meiner Welt.


Es ist ein seltsamer Tag heut, meine Stimmung ist seltsam. Ich will beobachten, die Menschen anschauen, unsichtbar sein, doch nicht selbst agieren. Mir gegen?ber Sophie, s?chtig nach vielem, wie immer, doch ich kann sie kaum beachten. All die verschiedenen Menschen ziehen mich in ihren Bann, ich kann mich kaum von ihnen l?sen. Jede Geste ein Zeichen, symbolisch die Bewegungen, die Worte als Metaphern. Sie alle repr?sentieren Typen, Schichten der Gesellschaft, formen eine Welt, ber?hren einander f?r einen kurzen Augenblick um sich im n?chsten voneinander zu l?sen, einander zu vergessen. Einzig durch diese Zeilen werden sie unsterblich, unvergesslich bleiben in ihrer Konstellation, leben f?r einen kurzen Moment erneut auf.
3.2.06 23:19


JahresResumée

Als ich vor fast genau einem Jahr anfing, das zu schreiben, was einst 'Venice Queen' als Arbeitstitel trug, war ich zufrieden. Ich war nicht gl?cklich, zu viele Ungerechtigkeiten bev?lkerten auch damals schon die Welt, doch ich wusste, wo ich hin will, hatte meine Bestimmung gefunden. Au?erdem kannte ich den Weg dahin, einen Weg, der mir heute vielleicht mehr denn je im verborgenen liegt.
Auch an Inspiration mangelte es nicht, n?chtliche Gespr?che ?ber das Wesen der Welt, der Menschen und des lebens lieferten mehr als genug Stoff, diese Erz?hlung zu schreiben, ebenso wie die unz?hligen Konflfikte.
Heute, 27 Seiten und fast 24.000 Zeichen sp?ter, habe ich zwar die erste gro?e H?rde meines lebens, das Abitur, genommen, doch auch einiges verloren. Vor allem die fliegende Leichtigkeit, mit der ich mich damals durch Raum und Zeit, durch die Worte, die Sprache bewegte - auch durchs Leben. Die Rastlosigkeit ist geblieben, doch sie ist ungerichteter, fast zuf?llig, wie es Basini sein mag. Ich warte heut viel mehr, als dass ich handle. Manche Abende bestehen nur aus Warten. Wahrscheinlich ist auch ein St?ck von meiner Triebkraft gestorben, ein St?ck meines Optimismus - f?r mich selbst und f?r die Welt.
Die Welt ist gr??er geworden in diesem Jahr, gr??er und un?bersichtlicher. Es gibt nicht mehr diesen EINEN Weg, den ich beschreiten muss, um auch nur einen bruchteil meiner Ziele zu erf?llen: es gibt tausende, Millionen und von den meisten wei? ich nicht, wohin sie f?hren. Ist dies die vielbeschriebene Unsicherheit in Zeiten der Globalisierung? Oder ist es nur eine Unsicherheit, deren Gr?nde ich nur zu genau kenne?
Das erste halbe Jahr, feb05-auf05, kann als die gl?cklichste zeit meines Lebens bezeichnet werden. So war es bisher immer in meinem jungen leben: das vorangegangene Jahr war besser als das davor usw. Doch heute will sich das Gl?ck nicht so wirklich einstellen, ebenso, wie die Inspiration, wie der unaufhaltsame Drang, sofort etwas zu bewegen. Das Gl?ck wartet, dass Sommer wird.
Ich habe mir vorgenommen, nach dem Abitur (also jetzt) mehr zu lesen und zu schreiben. Mit dem lesen klappt es recht gut, ich tue es ausgiebig, es nimmt viel Zeit ein. Doch mit dem Schreiben will es nicht so richtig klappen: es fehlt der Kontakt zur Inspiration. So begn?ge ich mich damit, die Geschichte von Thomas und Felicitas, die auch zu warten scheint, zu ?berarbeiten, um vielleicht irgendwann Anschluss zu finden an ihre Beziehung, an ihre Leben. Vielleicht finde ich auch diese beiden wirklich besonderen Personen auf dem Weg dahin wieder.

Morgen geht die Schule wieder los, ich bin froh, wieder etwas zu tun zu haben, gezwungen zu sein, jeden morgen aufzustehen und in diese unwirtliche Natur dort drau?en zu gehen. Viele Personen m?chte ich nicht wiedersehen, auf einige freue ich mich. keine Namen, es k?nnte Verwunderung hervorrufen.

Was wollte ich sagen? Achja: Vielen Dank an meine 4 oder 5 lektoren, wobei mir bei einem noch jeglicher Kommentar fehlt. Eure Kommentare sind, wenn auch schwer lesbar, doch hilfreich, weil ich von einem anderen Standpunkt dar?ber nachdenken muss. Dankesehr.
5.2.06 16:55


Heut ist ein besonderer Tag, auch wenn er nicht so begann: Ich habe jetzt mein erstes politisches Amt angetreten und bin zum ersten Mal meines Lebens in einen Vorstand gew?hlt worden. 'Beisitzer f?r Bildung und Jugend', toller Titel. "Macht sich vor allem gut in lebensl?ufen", sagte Renate Harant dazu. Ich freue mich, es ist f?r mich Ansto? und Schritt in die richtige Richtung, lebenslaufpunkt, aber auch Lebenspunkt. Hab mir vorgenommen, auch die Jusos mal zu besuchen und Mirko mitzunehmen, denn schlie?lich will er Karriere machen. *g* lustige Vorstellung, ehrlich gesagt, aber ich werds so gut es geht unterst?tzen.
Ansonsten: Morgen und Freitag nur 2 STunden, allerdings Freitag zwei Redaktionssitzungen, literatur-Ag, jetzt auf Freitag verlegt, f?llt leider aus. Donnerstag daf?r 9 STunden inkl. Sport - das bei meinem Talent.
Wochenende: Samstag-Sonntag Dresden, Geburtstage, Familie besuchen, einkaufen.
Hab in letzter Zeit wenig geschlafen, 2 STunden in der Nacht von Sonntag auf Montag. 3 1/2 Stunden mit naomi telefoniert in dieser Nacht, wirkte ein wenig wie eine Katharsis, hab heute einen brief an sie abgeschickt, bei dem ich gez?gert habe, ihn bei der Post abzugeben. Doch letztendlich bin das nur ich, der da drin steht, schreibt. Vielleicht hilft es uns bei der L?sung unserer Probleme und beim Aufbau gemeinsamer Perspektiven.
Nochwas? Jaaa, Sophie lange nicht gesehen, werden uns auch wahrscheinlich in n?chster Zeit (also diese Woche) nicht sehen -> keine Zeit. vielleicht erst n?chste Woche freitag bei den Jusos, hoffe aber fr?her, ich vermisse sie.
Na ja, gute Nacht
7.2.06 22:53


gefunden und f?r gut befunden:

"Ich warte
Du kommst endlich

Ich gehe
Ich bin endlich."

Danke an Leni, die unbekannte Autorin.
(Copyright: www.annafranke.de)


Was wollen mir diese Worte sagen? Mit dem Warten aufzuh?ren und endlich zu sein?
9.2.06 20:31


Ein Gedicht

Stille

Ich mag die Stille der Musik
Aus den Kopfh?rern auf meinen Ohren.
Ich mag die intime Stille eines Kusses
Zwischen zwei Menschen.

Ich mag die Stille im ICE,
rauschend leise,
Und die Stille eines Winterwaldes
Knirschend im Sonnenschein.

Ich mag die Stille eines vollen Theater,
in der die Worte verhallen
Oder die Stille der Worte,
nachdem sie ausgesprochen durch den Raum schweben.

Ich mag die Stille der Liebenden,
die sich in die Augen schauen und Gewissheit haben,
dass sie sich fallen lassen k?nnen.

Ich mag die Stille im Cafe,
voller Kaffeegeruch und Tassengeklapper.
Vielleicht mag ich auch die Stille des schottischen Hochmoors -
vollkommen leblos, tot, fast schon wieder laut.

Ich mag die Stille der Einsamkeit,
die ich in all diesen Situation erlebe,
das Gef?hl v?lliger gedanklicher Freiheit
von dieser lauten Welt.

10.02.06
10.2.06 21:35


im Zoo

Vorhin, als ich mit der S-Bahn heim fuhr, kam ich mir vor wie im Zoo. Ein alter Mann, landl?ufig bekannt als Opi mit gro?en Ohren, wenig Haaren und schlechten Augen, sprach ein junges M?dchen an. Nein, nicht was ihr jetzt denkt. Dieses M?dchen, sie war Asiatin oder sah zumindest japanisch oder thail?ndisch aus (ich kann das leider immernoch nicht so ganz auseinander halten), hatte ihre kleine Schwester dabei. Sie sprach sowohl mit dieser Schwester, als auch mit dem Opi perfekt Deutsch. Doch der alte Mann behandelte sie wie eine Troph?e, wie etwas au?ergew?hnliches. Er fragte sie nach ihrem Namen, erkl?rte ihr, wie Deutsche hei?en. Au?erdem stellte er fest, dass sie ja doch ganz gut Deutsch rede. Er behandelte sie wie ein seltenes Tier, alsob Ausl?nder etwas besonderes w?ren (wohl, weil seine Generation alle vergast hat). Ich glaube, er war mir peinlich. Ja, ich kannte weder dieses M?dchen noch ihn, doch er war mir peinlich als konservativer alter Sack, der in einer Zeit vor mehr als 60 Jahren lebt. An ihrer Stelle w?re ich l?ngst aufgestanden, h?tte den Wagen gewechselt, doch sie antwortete geduldig und freundlich auf all seine Fragen, wohl mit einem L?cheln, aber das sah ich nicht, h?rte ich nur. Ich wei? nicht, ob irgendjemand diese Abscheu gegen solche Menschen nachvollziehen kann, vielleicht ist es ja allt?glich und ich bekomme es nur nicht mit. Doch dieser Mann, sein Alter in allen Ehren, ist kein gelungenes Beispiel f?r die Deutsche Seite der Integration, zumal ich annehme, dass das M?dchen einen deutschen Pass hat. Ihr Name war, wie sie sagte, Kati. Ja, ihr Vorname, wie sie dem Mann erkl?ren musste.
Ich wei? wirklich nicht, ob meine Reaktion darauf richtig ist. Sie kommt mir so ?bertrieben vor, meine Mutter, die das ganze ebenso mit anh?rte, schien es wenig zu interessieren.
Nunja, Meinungen, bitte, ich will wissen, ob ihr das ebenso oder anders seht. Danke.
11.2.06 22:20


PS: Ich sollte aufh?ren zu warten. Es macht mich kaputt.
11.2.06 22:25


Das L?cheln

Ich glaube, das L?cheln war es,
das L?cheln ?ffnet die T?r.
Es war ein L?cheln mit viel Licht
darin, man h?tte es
betreten m?gen, sich ausziehen,
nackt in diesem L?cheln verweilen.
Laufen, segeln, sterben


Eug?nio de Andrade

--

Ich glaube, Abschiede sind bei mir immer f?r immer.

--

Wie sagte eine Freundin einst?
Zumindest meinen Pathos habe ich nie verloren.

13.2.06 22:36


Umbrüche

Ich wei? nicht genau warum, aber heute bricht ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Vorhin habe ich mir ein neues Notizbuch gekauft - schweineteuer, aber wundersch?n. Das alte war noch nicht einmal zur H?lfte voll, ich habe es eher selten benutzt. Doch ich brauchte ein neues, etwas neues, was den Bruch in meinem Leben besiegeln kann. Vielleicht brauchte ich auch einfach nur neue Gedanken.
Ich wei? nicht, ob die Abschiede, die ich get?tigt habe, f?r immer sein werden. Ich wei? ja nicht einmal, ob es Abschiede waren oder ob sich nur mein Denken ein St?ck weit verschoben hat vom Dunkel ins Licht. Doch heute machen mir die h?mmernden Kopfschmerzen weniger aus, die eisige K?lte ebenso. Alles f?llt mir immernoch schwer, doch nicht mehr so schwer wie davor. Ich denke, es geht wirklich aufw?rts.

einen wundersch?nen sonnigen Dienstag noch
14.2.06 16:27





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