Startseite
    Wörter
    Bilder
  Über...
  Archiv
  Musik
  Ich mag ...
  Berlin
  Reisen
  Literatur
  Gästebuch
  Abonnieren
 


http://myblog.de/desdinova

Gratis bloggen bei
myblog.de





sehnsuchtsvolle Ferne

Bahnh?fe:





Berlin Grunewald bei Nacht
24.9.05 22:37


Rainald im Bundestag

Artikel f?r die Sch?lerzeitung:

Freitag, 9.50. Reichstag, S?deingang.
Ein paar Sch?ler stehen hilflos wartend herum, einige Touristen verirren sich dazu, ziehen aber bald wieder ab. Kleine Gr?ppchen schauen ratlos in die Runde, beobachten vorsichtig die Anderen, die Unbekannten. Niemand wei? so wirklich, was ihn erwartet, niemand wei?, was jetzt passiert. Die Sicherheitskr?fte hinter der dicken Glasscheibe f?hren erhitzte Gespr?che, starren ratlos in die kleine Menge. Was wollen diese ganzen Kinder nur hier? Dann, 9.55, scheint man sich endlich geeinigt zu haben, dass dies keine b?s gewillten Terroristen, sondern nur interessierte Jugendliche sind. Man l?sst uns ein. Keine Ausweiskontrolle, wie angek?ndigt, nur eine harmlose Flughafenabfertigung, Taschenkontrolle, Waffenabnahme. Meinen Regenschirm durfte ich freundlicherweise behalten. Ein junger Student mit einem geheimnisvollen Karton stellt sich auf die Treppe, sagt seinen Namen. Keiner versteht ihn. Nur einen Namen versteht man, L?hning. Ja genau, der stand doch auch auf der Einladung: Markus L?hning, MdB. Der kleine Mann f?hrt uns schwatzend durch die ?bergro?en G?nge des Bundestages, ?ber endlose G?nge, vorbei an leeren R?umen und Securitypersonal, hin zum Fahrstuhl. Alles quetscht sich herein: ganz sch?n voll. 3. Etage, Fraktionsebene: Genauso leer wie alles andere in diesem Geb?ude. Alles rennt zu den Glasscheiben in der Mitte mit Blick auf den Plenarsaal: Ern?chterung. Gestern war die letzte Sitzung des Bundestages vor der Wahl, nur eine Besuchergruppe starrt dort unten interessiert auf die weisenden H?nde ihres Guides. Der kleine Mann mit dem geheimnisvollen Karton taucht aus dem anderen Fahrstuhl auf, eilt, wieder redend, ?ber den gl?nzenden Fu?boden hin zur gelben Ecke des Raumes: FDP-Fraktion. Man l?sst uns ein in einem mittelgro?en Raum, die Tische U-f?rmig angeordnet, ?berall Mikrophone. Wir d?rfen Platz nehmen, wie gn?dig. 2 Namensschilder werden aufgestellt, Rene Brosius-Linke soll der Student hei?en. Linke? Und ich dachte, in der FDP g?be es keine Linken, nur Neoliberale. Na ja, man lernt ja nie aus. Ein 2. Namensschild: Markus L?hning, MdB. Richtig, um den ging es ja hier. Nachdem Ruhe einkehrt, f?ngt der kleine Mensch, der geheimnisvolle Karton steht inzwischen neben ihm auf dem Tisch, an zu reden, stellt sich vor, bekundet Freude ?ber die vielen jungen G?ste. Dann darf der Herr Abgeordnete sich vorstellen, erz?hlt viele belanglose Details aus seinem Leben, Beruf und so, kaum einen interessiert?s, die jungen Menschen um uns herum sind viel interessanter. Er erz?hlt auch kurz, 5 Minuten nicht einmal, warum wir ihn w?hlen soll. Betretenes Schweigen, er scheint kaum den nerv der Jugend zu treffen. Auch die Befragung kommt schleppend in gang, immer nur vereinzelte Fragen, folgend auf zu lange Ruhe. Viel bleibt nicht h?ngen, Au?enpolitik und Wirtschaft sind wohl seine Felder, er k?me ja schlie?lich aus dem Mittelstand. Auch sagt er, seine Partei wolle eine Koalition mit der Union, reiht viele wirtschaftspolitische Punkte des gelben Parteiprogramms aneinander. Rot-Gr?n wird gegei?elt, eine andere Stimme, eine Frau, es k?nnte Angela Merkel sein. Endlich ein interessantes Thema, ein Sch?ler fragte wohl: Bildung. Die ZVS, die wollen sie abschaffen, die Liberalen und ?berhaupt soll es mehr Wettbewerb geben zwischen den Schulen und Hochschulen. Nachlaufende Studiengeb?hren, ja, das w?re etwas tolles. Da meldet sich der kleine Mann zu Wort: Er, ja selbst noch Student (?brigens d?rfen wir ihn Ren? nennen), findet das sehr gut, denn so w?rde das Geld, was er an seine Uni zahlt, endlich auch f?r diese verwendet. Und ?berhaupt zahle man das Geld ja erst nach dem Studium ab, wenn man dann Spitzenverdiener ist. ?berall lange Gesichter. Damit macht man sich wohl keine Freunde in der Jugend. Schneller Themenwechsel: Wie schafft man Arbeit? Wieder wird das Programm herangezogen, wenn auch vollkommen unauff?llig. Es wird von besseren Rahmenbedingungen geredet, von niedrigeren Lohnnebenkosten, mehr Wettbewerb. Zwischendurch gibt Markus L?hnung, MdB, auch einem verwirrten jungen Menschen Lebenshilfe: Ob er denn zur Polizei gehen k?nne, wenn die Fidschis, die von der Bank, der das von der Baufirma vermasselte Haus geh?re, seine Familie bedrohen w?rden. Allgemeine Belustigung, aber der Mensch l?sst nicht locker: Ob er denn jetzt sterben m?sse? Der freundliche Abgeordnete verneint lachend, man weist den Jungen sanft zurecht. Weiteres herunterrasseln der allgemein bekannten FDP-Ziele: Subventionsabbau, weniger K?ndigungsschutz, mehr B?rgerrechte, mehr Wettbewerb. Ren? fragt dann noch vorsichtig, ob wir nicht einmal nach Themen fragen wollen, die uns junge Menschen interessieren w?rden: Wehrpflicht, Ausbildung etc., denn ihn h?tte dies in unserem Alter (und das sei ja noch nicht so lange her), sehr interessiert. Ein beherzter Sch?ler fragt nach der Wehrpflicht, L?hning rasselt rhetorisch einwandfrei seine Abschaffungshymne und das Lied von der Berufsarmee herunter. Zu guter letzt noch ein wenig Au?enpolitik: Er und seine Partei wollen ein gutes Verh?ltnis zu Jedermann, weniger Krieg, mehr Amerika. Schneller Abschied, allgemeiner Aufbruch, schlie?lich bot der kleine Mann, nachdem sich der Inhalt des geheimnisvollen Kartons als gelbe Regierungsprogramme entpuppt haben, an, ohne Anstehen auf die Kuppel zu gelangen. Alles str?mt aus dem Raum, ich werfe scheppernd den M?lleimer um, der die T?r h?lt, die Redaktion von GHS-Intim kullert sich. Ein Erinnerungsfoto hinter dem Pult der FDP-Fraktion, dann unter schnellen Schritten auf zur Kuppel: Endlich vorbei. Oben angekommen strahlt die Sonne, die Gesichter zeigen ein erstes L?cheln. Die einhellige Meinung: Freunde haben die sich nicht gemacht, eher im Gegenteil. Der wenig umst?ndliche Gang auf die Kuppel holt doch noch eine seit Stunden vergessen geglaubte, sch?ne Stimmung hervor, es gibt noch Erstw?hlerarmb?nder in sch?nem hellblau und Anstecker aus dem Bundestagsbus, dann zerstreut sich die Menge diskutierend in alle Winde, es ist Mittag. Ein netter, schulfreier Vormittag war es, mehr nicht.


24.9.05 22:46


Sonnenuntergänge

Sonnenuntergang in Texas:


Longview, Texas diesen Sommer
25.9.05 14:08


I don't like Wednesdays ..

Mittwoch, es dunkelt schon. Es hat den ganzen tag geregnet, nirgends ein Sonnenstrahl. Einziger Hoffnungsschimmer heut: 13 Punkte in der Geschichtsklausur. 2. bester. Wenigstens etwas, das Schreiben hat auch Spa? gemacht. Geschichte eben. Eben noch Kathis Klausur durchgesehen: ich will nicht Lehrer werden, korrigieren ist anstrengend.
Literatur-AG glich eher einer Schlaf-AG. ?berall nur kleine, m?de Augen, nur Magda strahlte vertr?umt in die Welt, ohne im mindesten zu reagieren. Hoffentlich wirds bald besser. Ich sollte mehr Werbung machen.
Politisches an diesem Tage? Ich bin vorhin bei der Bundestagsdebatte eingeschlafen, mal wieder. Fischer war ja noch recht interessant, aber die stippi von der FDP gab mir dann wirklich den Rest - der Gipfel der Langeweile. WIe kann man nur soviel reden ohne etwas zu sagen? Ich solle Markus L?hning fragen, der kennt ja nicht einmal sein eigenes Programm, oder Brosius-rene-linke, der engagierte, freundliche, aufgeschlossene Student. Au?erdem: Koalitionsverhandlungen oder: Schr?der schaufelt sich sein Grab. Am Ende wird noch Wullf Kanzer, Steinbr?ck (bitte mit scharfem SSSS) sein Vize und FDP und PDS schlie?en sich zur Anti-Koalition mit dem Motto "Politik macht SPA?" zusammen. Hilfe.
Sinnstiftendes an diesem Tage? Wenig, vielleicht Adorno's EInleitung in die Soziologie in der ich endlich mehr ?ber das Fach erfahre, welches ich studieren m?chte.
Ansonsten? Viel M?digkeit. Man sagte mir, es l?ge am Wetter. Ich vermute jedoch, dass es am mangelnden Schlaf liegt. Ich sollte mehr schlafen und weniger schreiben. Doch ein Buch schreibt sich nicht von allein. Leider. To do: Inspiration finden. Vielleicht morgen, just another day than today ..

Zur Eigenaufheiterung:


Alina, stolz, schon 2 zu sein.

Ich vermisse die Kleine. Sie war immer so strahlend, weckte mich fr?h am morgen mit einem "ainald, ainallld, AINALLLLDD". So will ich jeden Morgen geweckt werden


28.9.05 20:01


Umbrüche

Berlin ist wunderbar. Als ich vorhin losfuhr, um meine Schulden bei der BVG zu begleichen, sch?ttete es. Ich musste mein Rad schieben, wurde nass. Drum stieg ich auf und wurde nass und dreckig. Dann fuhr ich in die Stadt, Richtung Westen, der Regen lie? immer mehr nach. Am Nordbahnhof (Premiere: dort war ich vorher noch nie) schnell bezahlt, danach zur?ck nach Friedrichstra?e. Dort sah ich die Kuppel vom Reichstag, dahinter brach die WOlkendecke auf und neben der lichtdurchfluteten Kuppel zeigte sich eine wunderbar helle, ja f?r mich erhellende Sonne. Ein wundersch?ner Anblick, ich habe ?berlegt, einfach nicht in die Bahn vor mir zu steigen, sondern an der Spree entlang zum Platz der Republik, von dem man einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang ?ber dieser Weltstadt hat, zu spazieren. ich habe es gelassen, schlie?lich wollt ich noch eine Person sehen.
Die S-Bahn war ?berf?llt. Wen st?rts. Ich schaute mich verz?ckt l?cheln um, mein neues Buch (Uwe Timm's "Der Freund und der Fremde") lesend und lie? mich fesseln von der Mischung aus Feierabendstress, der Umbruchstimmung des Himmels und dem wirklich wunderbar r?bergebrachten Inhalt des Buches. Vorhin angefangen, habe ich es schon fast durch.
Die S-Bahn: voll von Menschen verschiedener Nationalit?ten und Berufe. Ich liebe es. Dort der junge Mann, geshcniegelt im Anzug, mit geld-schwarzer FDP-Krawatte, daneben die t?rkische Frau mit ihren beiden Kindern. dazwischen: ein kleiner Obdachloser, Zeitungen verkaufend. Neben mich (ich stehe an der T?r, an Glasscheiben gelehnt) gesellt sich eine recht junge Frau, einen Instrumentenkoffer auf den Boden stellend. Sie klammert sich an die Stange direkt neben der T?r, schmiegt sich ganz dich daran. Wenn das rattern der Bahn etwas leiser wurde, h?rte man sie summen. Es war ein so wunderbarer Anblick, diese Frau, vollkommen versunken in sich selbst, wie sie dort, die Stange fast schon umarmend, dastand und leise das Lied aus der Schokocrossies-Werbung summt mit engelsgleicher Stimme. leider musste ich aussteigen Ostbahnhof, komplettes Chaos dort. Kein richtiger Zug kommt. Macht nichts: Ich habe ja mein tolles Buch.
Weiter nach K?penick, es ist Donnerstag: lebensladen. Leer war es anfangs, ich wollte schon wieder gehen, da beginnt ein gewisser jakob einen Vortrag ?ber Relativismus. Ich freute mich anfangs, denn er hatte es unter dem Titel "was ist Wahrheit?" getarnt, aber es stellte sich f?r mich schnell heraus, dass er uns nur vom Relativismus ?berzeugen, aber keinerlei andere STr?mungen wie den, wie ich finde, wichtigen Positivismus, anzuschneiden. Unser gesamtes ?ffentliches Leben beruht auf der Annahme, dass etwas wahr ist, solange es nicht widerlegt ist. Unsere Gef?ngnisse w?ren voll, w?rde man nicht von vorneherein von der Unschuld der ANgeklagten ausgehen. Auch die Politik funktioniert so: Eine partei kann solange etwas tun, bis die Opposition ihr beweist, dass ihr Denkansatz vollkommen falshc ist. Meist beweist dies nur die Zeit, nicht die Opposition. Manchmal auch niemand. Denn Konservative gibt es ja trotzdem noch, genau wie rechtsradikale.
Sinnstiftendes an diesem Tage? Charakterdebatten sind unglaublich anstrengend und niederschmetternd, aber auch inspirierend. Ich musste viel ?ber die Grunds?tzlichkeiten des lebens, wohl diesmal vor allem meines Lebens, nachdenken. Warum wirke ich so anders, als ich m?chte? Wie kann ich anderen das verst?ndlich machen, was ich denke, ohne viel Raum f?r negative Interpretationen zu lassen? Keine Antworten, noch nicht. Antworten sind nur im Gespr?ch m?glich, davon bin ich ?berzeugt. Ich glaub, ohen gespr?che w?re ich ein Wrack.

Morgen? letzter Schultag, endlich. Ich freue mich aufs Ausschlafen, auf etwas mehr Zeit, vor allem zum Lesen und Schreiben.

29.9.05 21:45


Irgendwie wirkt alles falsch heut. Ich sitze in der Schule, lache, die Menschen reden um mich, nur bin das leider nicht ich. Ich lese ein Buch, komme kein Wort weiter. Nur eines hab ich behalten: "auch Dinge haben Tr?nen". Was will man mir damit sagen? Dass auch Dinge Gef?hle haben? Sind sie nicht gleichg?ltig?
Als ich vorhin kurz einschlief, bekam ich Albtr?ume. Vielleicht sollte ich Nachmittags einfach nicht schlafen sondern nachts. 3 Stunden ist zu wenig.
Vor mir, das Konzept zu einem Buch. Es ist unser Buch. Ein ehrgeiziges Projekt, wie ich finde, auch wenn ich kaum daran geschrieben habe. Das erste gemeinsame Buch soll es werden, "Kopfsch?tteln ?ndert nichts!". Mal schauen, was daraus wird. Ich m?chte es nicht allein zuende schreiben m?ssen.
Ich glaube, Felicitas wird heute abend seltsame ?berraschungen erleben. Thomas ist ein komischer Mensch, ein verschwiegener Mensch. Hoffentlich rennt sie nicht wieder weg und l?sst Thomas mit fragendem Blick stehen, ohne auch nur im Geringsten eine Antwort zu geben. Ich glaube nicht, dass sie Thomas noch einmal verlassen sollte. Er w?rde es wohl nicht verkraften.
Sinnstiftendes an diesem Tage? Nicht viel. Unsere Geschichtslehrerin hat uns heute 2 Bleche voll leckerem Kuchen mitgebracht. Extra f?r uns. Ich hab mich gefreut ?ber diese Geste.
Ansonsten? ferien. Endlich und gleich 2 Wochen. Hoffentlich zeit, mich zu beruhigen und mir ?ber viele Dinge klar zu werden. Vielleicht auch ein wenig mehr Zeit zum Lesen und Schreiben. ich hoffe es.

PS: Das mit den Bildern wird shcnellstm?glich gel?st.
PPS: Die Bilder gehen endlich. Ihr sollt doch Alina sehen k?nnen
30.9.05 18:58





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung